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Praxisberichte

Bronzefarbene Membran für Hermès-Flagship-Store in Bangkok

Als Einkaufs- und Erlebnisparadies der Superlative sucht das ICONSIAM in Bangkok weltweit seinesgleichen. Für 1,65 Milliarden US-Dollar entstand am Ufer des Chao Phraya nach dem Entwurf von Urban Architects ein 750.000 Quadratmeter großer, multifunktionaler Komplex. Eine sich über acht Stockwerke erstreckende Megamall und zwei Hochhäuser mit Luxuswohnungen lassen hier keinen noch so anspruchsvollen Wunsch offen. Sein unverwechselbares Gesicht erhielt das ICONSIAM durch ein über drei Geschosse reichendes, 300 Meter langes und bis zu 24 Meter hohes Schaufenster aus großformatigen, zweifach geneigten Glasfinnen und -scheiben. Für die Gestaltung des zweigeschossigen Hermès-Flagship-Stores am Haupteingang der Mall lud das französische Architekturbüro RDAI dieses markante Erscheinungsbild noch weiter auf: Eine im gleichen Winkel geneigte, durchgehende Innenfassade aus bronzefarben lackiertem Metallgewebe der GKD – GEBR. KUFFERATH AG (GKD-Gruppe) verleiht dem Luxus besonderen Glanz.

 

 

Mit 23 Millionen Touristen pro Jahr ist Bangkok eines der beliebtesten Reise- und Shoppingziele weltweit. Unzählige gigantische Einkaufszentren buhlen im rasant gewachsenen Zentrum der thailändischen Hauptstadt auf der Ostseite des Chao Phraya um die Gunst der Gäste. Auf der gegenüberliegenden Westseite, im historischen Herzen der Stadt, öffnete mit dem ICONSIAM ein spektakulärer Gegenpol seine Pforten. Er avancierte schnell zum neuen Wahrzeichen des Landes. Der Megakomplex verbindet auf 525.000 Quadratmetern Verkaufsfläche schier grenzenloses Shopping-Vergnügen mit einem bislang nicht gekannten Angebotsumfang an Kunst-, Kultur-, Gastronomie- und Lifestyle-Attraktionen. Ein Konzept, das auch Hermès, einen der nobelsten Anbieter von Luxusgütern, zur Eröffnung eines neuen Flagship-Stores im ICONSIAM veranlasste. Seit 21 Jahren ist das traditionsreiche französische Unternehmen mit eigenen Stores in Thailand vertreten. Mit 368 Quadratmetern Verkaufsfläche entstand in dem Iconluxe genannten Luxusflügel der Edel-Mall nun die dritte und zugleich größte Dependance. Auf zwei Etagen wird hier das gesamte Sortimentsspektrum an Mode, Accessoires und Möbeln angeboten. Die Außenhaut des Hermès-Stores ist die hängende Ganzglas-Fassade, die weltweit zu den größten ihrer Art gehört. Ihre großformatigen Glasscheiben in Zick-Zack-Anordnung öffnen das Geschäft zum Fluss hin. Diese visuelle Verbundenheit entspricht den architektonischen Leitmotiven von Transparenz und Opazität, die RDAI Architekten weltweit bei der Gestaltung aller Hermès-Stores zugrunde legen.

 

 

Maß und Winkeligkeit als Herausforderung
Um den ungehinderten Blick nach Außen ebenso wie die Intimität des Einkaufserlebnisses zu bewahren, entschieden sie sich im ICONSIAM für eine frei hängende Innenfassade aus Metallgewebe. Sie sollte nicht nur die beiden Store-Ebenen optisch miteinander verbinden, sondern auch wie ein Vorhang der dynamischen Linienführung der Fassade folgen. Angesichts der bogenförmigen und zugleich geneigten Fassade musste die gewebte Membran Höhenunterschiede von bis zu zwölf Zentimetern kompensieren. Um die dadurch bedingte Maßhaltigkeit und Winkeligkeit der aus Metall gewebten Fassadenelemente exakt einzuhalten, waren innovative Lösungen für Zuschnitt und Konfektionierung gefordert. In der global führenden technischen Weberei GKD fand RDAI für diese Aufgabe den perfekten Partner. Die Spezialisten der GKD-Gruppe entwickelten für Hermès ein Verfahren, das es ermöglichte, die riesigen Paneele bogenförmig – in exakt abgestimmten Längen und Breiten –anzubringen. Die auf dieser Basis in dem Dürener Stammwerk von GKD angefertigten Prototypen überzeugten die RDAI Architekten bei ihrem Besuch auf ganzer Linie. 815 Quadratmeter bronze lackiertes Edelstahlgewebe vom Typ Sambesi kamen für die Innenfassade des Hermès-Stores zum Einsatz. Insgesamt 56 Paneele – jeweils 7.000 Millimeter lang und zwischen 1.200 und 2.500 Millimeter breit – wurden oben rechtwinkelig und unten individuell auf Maß schräg zugeschnitten und zur Befestigung mit Flachprofilen versehen. Vor Ort wurden die deckenhohen Bahnen überlappend montiert, indem sie auf beiden Etagen in 50 Zentimeter Abstand zur Fassade an der Decke eingehängt und am Boden ohne Spannung befestigt wurden. So entstand eine schimmernde Membran, deren textile Anmutung das edle Ambiente des Stores mit seinem Terrazzoboden, bernsteinfarbigem Glas und warmen Hölzern unterstreicht. Zugleich erlaubt die materialtypische Transparenz des Gewebes den freien Ausblick auf den Fluss und verleiht so dem Store eine einzigartig luftige Atmosphäre.

 

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