Geschweißtes Drahtgitter
23. Juli 2025Industriegewebe
23. Juli 2025Hybridgewebe
Hybridgewebe sind Gewebe, in denen zwei unterschiedliche Materialkomponenten in einem Textil verbunden werden – im Fall von GKD typischerweise Metall- und Kunststofffäden. Das Ziel eines Hybridgewebes ist es, die Vorteile beider Materialien auszuspielen und Nachteile zu minimieren.
Ein Ansatz: Leitfähige Drähte in Kunststoffgewebe integrieren, um z. B. EMV-Abschirmung zu ermöglichen oder statische Aufladung abzuleiten. Hier dient ein Kunststoffgewebe (leicht, flexibel, chemisch resistent) als Grundstruktur, in das in Abständen Metalldrähte eingebracht werden, die dann wie eine Ader das Gewebe durchziehen. So entsteht z. B. ein antistatisches Filtergewebe, das in explosionsgeschützten Bereichen Funken verhindert, weil Ladungen sofort über die Metallfäden abgeführt werden.
Ein anderer Ansatz: Verschleiß- oder festigkeitsrelevante Stellen in einem Kunststoffgewebe mit Metall verstärken. Man kann beispielsweise in einem großflächigen Filterband (Kunststoffspirale) an den Rändern Metallfäden einweben, wo die Zugbelastung am höchsten ist, um die Reißfestigkeit zu erhöhen. Oder in einem Filtertuch an Ecken/Bohrungen Metallfäden integrieren, damit es dort bei hoher Last nicht ausreißt.
Noch ein Vorteil: Materialeinsparung teurer Metalle. Wenn z. B. ein reines Metallgewebe aus Hastelloy oder Titan sehr teuer ist, kann man ein Hybridgewebe konzipieren: Grundgerüst Edelstahl, in das PTFE-Fäden eingewebt sind, die die Korrosionsbeständigkeit erhöhen. GKD hat z. B. Hybridgewebe entwickelt, die PTFE-Fäden in einer YMAX-Bindung mit Metall kombinieren. Diese erreichen feinere Filterraten als reine Metallgewebe und sparen teure Legierungen ein.
Im Ergebnis eröffnen Hybridgewebe die Möglichkeit, multifunktionale Eigenschaften zu erreichen: leitfähig und nichtleitend, flexibel und doch teilweise formstabil, verschleißfest nur dort, wo nötig, sonst leicht und anpassbar.
Die Herstellung ist komplex, weil unterschiedliche Materialien auch unterschiedliche Verhaltensweisen beim Weben haben (Dehnung, Schrumpfung, Temperatur). Doch GKD’s Entwicklung zeigt, dass bis zu zehn verschiedene Werkstoffkomponenten in einem Gewebe möglich sind. So können Schuss- und Kettfäden abwechselnd aus verschiedenen Materialien bestehen, oder in bestimmten Bereichen des Gewebes wird gezielt ein anderes Material eingelegt.
Anwendungsfelder:
- Filtertechnik: antistatische Filter (verhindern Explosionen in Stäuben), filterfeinheitsoptimierte Gewebe (feinere Poren durch Kunststoff, Stabilität durch Metall).
- Schirmung: Hybridgewebe, die als textile Leiterbahnen fungieren, z. B. in smart textiles, wo Metall für Leitfähigkeit und Kunststoff für Biegsamkeit sorgt.
- Gewichtsoptimierte Bauteile: z. B. kombinierte Kunststoff-Metall-Gitter für Luft- und Raumfahrt (Metall für Steifigkeit, Kunststoff für Gewicht und Korrosionsfreiheit).
Hybridgewebe sind ein Beispiel für Innovation im Bereich technischer Textilien, um künftigen Anforderungen gerecht zu werden – sei es im Umweltschutz (Material sparen, Prozesse effizienter machen) oder in neuen Technologien (intelligente Gewebe). Als Weltmarktführer für Gewebelösungen investiert GKD in solche Entwicklungen, da hier große Potentiale für neue Märkte und Anwendungen liegen.